Nicht nur das laut Eigendefinition beste KI-Team der deutschen Medienbranche beim Handelsblatt zeigt eine erstaunliche negative Tendenz, wenn es um die Berichterstattung zu wichtigen Technologiethemen wie künstlicher Intelligenz geht, auch andere deutsche Medien sehen vor allem die Gefahren und Risiken.
Unter dem Titel Wie gefährlich ist Sam Altmann? analysiert Jonas Rast vom manager magazin, was der Menschheit durch das von ihm geführte Start-up OpenAI, das seit fast zwei Jahren durch ChatGPT in aller Munde ist, so alles drohen könnte. Dazu bringt er vor allem die kritischen Stimmen auf die Bühne, mit denen er Interviews führte, aktiv bei OpenAI Beschäftigte befragte er allerdings nicht.
Vorneweg: es werden sowohl im Handelsblatt als auch im manager magazin sehr gern Sprachmodelle wie sie ChatGPT 4o mit GPT-4 einsetzt mit KI gleichgesetzt, dabei handelt sich nur um einen Teilbereich der KI, wie nachfolgendes Diagram zeigt.

Eine Sentimentanalyse über den gesamten siebenseitigen Text mit ChatGPT-4o und der Frage
gib mir in Prozentzahlen an, wie positiv und negativ dieser folgende Text zum Thema KI berichtet
ergab folgendes Ergebnis:
Der Text ist überwiegend negativ gegenüber dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) eingestellt. Hier ist die geschätzte prozentuale Verteilung:
Negativ: 80%
– Der Text betont stark die potenziellen Gefahren und Risiken von KI, einschließlich der Bedrohung der Menschheit, Manipulation, Machtkonzentration und der möglichen Auslöschung der Zivilisation.
Positiv: 20%
– Es gibt einige wenige positive oder neutrale Aspekte, wie die Erwähnung des Potenzials von KI, wissenschaftliche und technologische Fortschritte zu ermöglichen, und dass es einige Maßnahmen gibt, um die Entwicklung zu regulieren.
Insgesamt überwiegt jedoch die negative Darstellung, insbesondere in Bezug auf die ethischen und sicherheitstechnischen Bedenken.
Im Artikel werden oft sehr vage, nicht näher spezifizierte Gefahren genannt, die nur selten genauer beschrieben sind, und dann sind sie recht absurd. Zum Beispiel wird die Wikipedia angeführt, die durch Manipulationen durch KI-Bots nutzlos werden könnte. Selbst wenn KI-Bots das machen, die Autoren erwähnen keine mögliche Gegenmaßnahme. Tatsächlich wird die Wikipedia schon heute durch menschliche Beiträge immer wieder zu manipulieren versucht, und es gibt dort bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen, die das verhindern.
Dabei werden Experten herangezogen, die wirklich oft die wichtigsten KI-Pioniere sind und deren Worte Gewicht haben. Doch zeigt sich aus der Vergangenheit, dass es genau solche warnenden Stimmen auch schon bei anderen Technologien gab. Und sie lagen mit ihren angsteinflößenden Vorhersagen fast immer falsch, oder konnten sich nicht vorstellen, dass die Entwicklung einen ganz anderen Pfad nehmen würde. Beim Flugzeug war noch drei Monate vor dem ersten Flug der Wright-Brüder ein Artikel in der New York Times erschienen, der davon sprach, dass der Mensch erst in einer Million Jahre fliegen wird können. Andere sprachen dem iPhone eine Zukunft ab, oder dem Internet.
Medien wie das manager magazin oder Handelsblatt tun dem eigenen Land einen Bärendienst. Mit Angstmacherei oder dem Abtun einer Technologie als Hype oder Blase vermitteln sie die Botschaft, dass eine Technologie wie künstliche Intelligenz entweder nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist, bei der die Beschäftigung mit derselben vergebene Liebesmüh ist, und sie dann obendrein noch zu viele Gefahren birgt. Also besser die Finger weg davon.
Solche Botschaften fallen in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Vom Land das einst ein Innovationsvorreiter war, das im Maschinenbau, der Chemie und Phamarzie, oder der Feinmechanik führend war, ist es zu einem teils arroganten, teils ängstlichen Nachzügler geworden. Medien, die mit moralisch erhobenen Zeigefinder vor den Gefahren eines ohnehin nur vorübergehenden Trends berichten, lassen die Leserschaft sich gut und moralisch höher stehend fühlen.
Gleichzeitig, und ohne den Widerspruch zu erkennen, bejammern dieselben Medien und dieselbe Leserschaft den wachsenden Rückstand der heimischen Unternehmen im Kampf um die Spitzenpositionen bei neuen Themen.