Das demolierte Weiße Haus

Die Demolierung des East Wing des Weißen Haus steht als sichtbares Symbol für das was in den USA gerade vor sich geht: die Demontage der Demokratie, Schwächung der Institutionen, das Trampeln auf internationalen Vereinbarungen und Fallenlassen der Bevölkerung.

Während seit diesem Wochenende Lebensmittelmarkenempfänger in den USA – und davon gibt es 40(!) Millionen (warum, ist ein ganz anderes Thema und hat mit dem seit Jahrzehnten vom Kongress nicht mehr erhöhten Mindestlohn zu tun) – nicht wissen, wie sie Essen auf den Tisch bringen, weil die Mittel für Lebensmittelmarken durch den Budgetstreit blockiert sind, spendet der Präsident großzügig Mittel auf eine Umgestaltung des White House. Einen Ballsaal will er, natürlich mit viel Gold und Kitsch, damit auch er protzen kann. Dabei wird ein Gebäude mit einer Nutzfläche errichtet, die mit 8.360 Quadratmeter fast doppelt so groß ist wie das alte Weiße Haus mit 5.100 Quadratmeter, inklusive dem nun demolierten East Wing.

All das Gold ist nicht jedermanns Geschmack und das Internet hat sich einen Spaß gemacht, die verwendeten Stukkaturen im Baumarkt herauszusuchen und die Preise gegenüberzustellen.

Das geht nur, indem er einen Teil des Weißen Hauses abreißt – ohne Baugenehmigung, ohne Einbeziehung des Denkmalschutzes, dafür aber mit $300 Millionen an Spenden, die er sich von Unternehmen „erbeten“ hat. Von Unternehmen, die Gefälligkeiten von ihm brauchen.

Die Korruption ist im vollen Gange und dem Größenwahn wird kein Einhalt gebeten. Nun soll auch ein Triumphbogen wie in Paris in Washington D.C. errichtet werden und immer noch äugt Trump begehrlich darauf, am Mount Rushmore auch seinen Kopf zu sehen. Die nächste Generation an Kampfjets soll nach der F-35 nicht F-36 heißen, sondern F-47 – mit 47 für Trump als den 47. Präsidenten der USA.

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