Tourismus kaputt, Geschäftsreisen OK?

Die Beziehung zwischen den USA und Europa haben sich merklich abgekühlt, und das macht sich im Tourismus bemerkbar. So sanken die Touristenzahlen um 6 Prozent von 72,4 Millionen 2024 auf 68 Millionen 2025. Auch die Tourismuseinnahmen gingen um drei Prozent zurück. Die meisten Einbußen erlebten die USA von kanadischen und mexikanischen Besuchern, die zahlenmäßig die beiden stärksten Besucherkontingente stellen. Aber auch aus Europa nahmen die Zahlen ab, die aufgrund des Reiseaufwands tendenziell länger in den USA verweile und mehr Geld ausgeben.

Doch der Geschäftstourismus scheint davon unbeeindruckt. Obwohl in der ersten Hälfte 2025 aufgrund der politischen Unsicherheiten viele Politiker und Geschäftsreisende in der US-Hauptstadt selbst die Stimmung erkunden wollten, haben sie nun verstanden, dass in den föderalen USA zielführender sein kann, direkt mit den lokalen Regierungen in den einzelnen Bundesstaaten zu verhandeln. Egal ob republikanisch oder demokratisch regiert, die Bundesstaaten sind an guten Geschäften und Jobs interessiert und sehen mit zunehmender Irritation die ständig wechselnden Zollankündigungen und wirtschaftlichen Drohungen gegen andere Länder, oder die disruptierenden Eingriffe von Behörden wie ICE.

Sven Thorsten Potthoff, CEO Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) für den Westen der USA, sieht ein uneingeschränktes Interesse von deutschen Unternehmern nach Kalifornien und den westlichen Bundesstaaten zu fliegen, um ihren Geschäftspartnern und Kunden vor Ort Besuche abzustatten, und die Märkte zu erkunden.

In den kommenden Monaten könnten mehrere Faktoren die Reiselust nach USA in beide Richtungen beeinflussen. Zuerst drohen Änderungen an den Einreiseprozeduren diese zu erschweren und beispielsweise die Überprüfungen der Beiträge von Einreisenden auf sozialen Medien durch die Grenzschutzbehörden es sich manche Touristen nochmals genau zu überlegen. Dann aber steht die Fußballweltmeisterschaft vor dem Start, die diesmal von Mexiko, USA und Kanada gemeinsam ausgetragen werden und traditionell viele Fußballfans in die Gastgeberländer bringen. Und gleich mehrere Jubiläen stehen an. So „America250“, mit der an die Unabhängigkeitserklärung der USA im Jahr 1776 gedacht wird, wie auch das 100-Jahre-Jubiläum der Fernstraße „Route 66“. Und diese möchten sich manche nicht entgehen lassen, wie auch nie ein Geschäft in einem befreundeten amerikanischen Bundesstaat, egal wer im Weißen Haus das Sagen hat.

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