Wie negativ berichten Journalisten über KI?

Wie wir uns in den Niedergang reden lautete der Titel meines Beitrags vom Jänner diesen Jahres, der sich auf eine Studie bezog, die in einer Analyse die Wortwahl in englisch-, französisch- und deutschsprachigen Büchern untersuchte, und wie sich über die letzten beiden Jahrhundert das Verhältnis in der Wahl zwischen optimistischen und vorsichtigen Begriffen verschoben hat. Das Ergebnis überrascht wenig, wenn wir uns die folgende Grafik ansehen.

Quelle: Financial Times

Dieser Trend zu Negativität und Skepsis scheint sich zu beschleunigen, und das, obwohl es uns dank des Fortschritts und der Technologie immer besser geht. Doch liest man die Berichterstattung zu neuen Technologien und speziell aus dem fernen Silicon Valley, dann fallen schnell mal so Begriffe wie „Hype“ oder „Blase“ und Journalisten berichten ausgiebig über die Gefahren und Risiken.

Im gleichen Atemzug sieht man aber neidig auf die Amerikaner (oder Chinesen), wie sie so innovativ sind und das eigene Land immer hinterher zu eilen scheint. Das tut weh, speziell wenn man wie im deutschsprachigen Raum der Falle ist, bei sich selbst die besten Ingenieure der Welt verortet, der guten alten Zeit nachhängt, wo heimische Unternehmen begehrte und innovative Produkte auf die Märkte brachten.

Heute hingegen fühlt man sich außen vor, und wenn man schon nicht mithalten kann – und bei welchen der großen digitalen Trends wie Internet, Cloud, mobile Geräte, autonomes Fahren oder KI ist man schon mit vorne dabei (Antwort: bei keinem) – dann sieht man sich selbst moralisch besser dastehend. Wir wissen a schon im Vorhinein, was alles schief gehen kann, was alles nicht funktionieren kann, und das haben wir ja immer schon gesagt. Dazu hatte der US-Präsident Theodore Roosevelt vor mehr als hundert Jahren eine Meinung:

„Nicht der Kritiker zählt, nicht der Mann, der darauf hinweist, wie der Starke strauchelt oder wo der Handelnde es besser hätte machen können. Das Lob gehört dem Mann, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht von Staub und Schweiß und Blut gezeichnet ist; der sich tapfer bemüht; der sich irrt, der immer wieder zu kurz kommt, weil es keine Anstrengung ohne Fehler und Unzulänglichkeiten gibt; aber der sich tatsächlich bemüht, die Taten zu tun; der die große Begeisterung, die große Hingabe kennt; der sich für eine würdige Sache verausgabt; der im besten Fall am Ende den Triumph der hohen Leistung kennt, und der im schlimmsten Fall, wenn er scheitert, wenigstens scheitert, indem er Großes wagt, so dass sein Platz niemals bei jenen kalten und furchtsamen Seelen sein wird, die weder Sieg noch Niederlage kennen.“

Theodore Roosevelt

Hype-Erkenner und Blasen-Erklärer

Heute wird gleich mal alles Neue gerne als Hype und Blase bezeichnet, somit als etwas, was wohl nur eine Modeerscheinung sei, die ohnehin bald vorbeigehen würde. Damit würde eine Beschäftigung mit einer neuen Technologie nur Zeitverschwendung sein, und alles Geld, das man da reinstecken würde, nur rausgeschmissenes Geld. Man warte somit zu bis sich die Nebel lichten und erst dann, wenn alles ganz klar und sicher ist, dann kann man auch ran.

Nur: wenn es soweit ist, ist es zu spät, denn die Konkurrenz schläft nicht und kann aus den mittlerweile ohne Zögern und Zaudern gemachten Erfahrungen nun profitieren. Sie ist schon mittendrin, während die so klugen Hype-Erkenner und Blasen-Erklärer jetzt in panik geraten – und erst wieder nicht mit dabei sind. Dafür aber erheben sie nun den moralischen Zeigefinger.

Quintessenz: man streiche das Wort Hype aus dem eigenen Vokabular, denn die damit vermittelte Botschaft kann katastrophale Folgen haben: man macht nix und schon wieder haben wir einen Trend verschlafen.

Die Rolle der Medien

Medien spielen eine verantwortungsvolle Rolle. Ihre Art der Berichterstattung informiert Entscheidungsträger, Unternehmer, Politiker und die Gesellschaft generell über solche Themen. Alle versuchen dabei für sich herauszufinden, ob ein neuer Trend der Mühe wert ist. Worte wie Hype oder Blase, oder Stilmittel wie Sarkasmus und Skepsis geben Anhaltspunkte, und leider kommen genau diese viel zu häufig vor.

Medien tragen dabei Verantwortung, auch wenn sie sich selbst oft nicht in dieser Rolle sehen. Denn wenn die Leserschaft durch die Medien vermittelt kriegt, dass sich etwas nicht lohnt, dann wird es nicht angepackt. Und das ist in den letzten Jahrzehnten zu oft passiert, wie man an der digitalen Misere Deutschland sehr gut erkennen kann.

Dabei ist es einfacher, alle potenziellen Risiken und Gefahren einer neuen Sache aufzuzählen, als die Vision zu haben, welche Chancen und Möglichkeiten sich aus ihnen ergeben könnten. Ersteres ist leicht, letzteres ist schwer. Ersteres ist naiv, letzteres erfordert viel assoziatives Wissen.

In den letzten Monaten fiel mir die häufig mit negativem Spin erfolgende Berichterstattung zum letzten großen Trend, der künstlichen Intelligenz, auf. Also vor allem der generativen KI wie ChatGPT, Gemini, Llama oder Claude. Der ersten Verblüffung ob der Fähigkeiten der Systeme folgten rasch begierig verbreitete Meldungen zu den Fehlern des Systems. Und diese wälzt man mit Befriedigung aus.

Nicht nur weil man Angst vor Neuem hat, sie kommt auch aus dem Silicon Valley, wo die „Techbros“ sitzen, die einem ohnehin verdächtig vorkommen und vor allem kommt sie von den „Amis“, und das ist sowieso kulturlos.

Beispiele anhand der KI-Berichterstattung des Handelsblatt

Besonders aufgefallen ist mir das Phänomen der negativ scheinenden Berichterstattung beim Handelsblatt. Warum ich gerade über Artikel dieser Zeitung stolperte, weiß ich nicht genau. Vielleicht folge ich denen mehr – obwohl ich nie Abonnent oder Leser war – oder vielleicht deckt das Handelsblatt das Thema KI einfach stärker ab als andere deutschsprachige Medien. Wäre wenig verwunderlich, denn das Handelsblatt hat nach eigenen Angaben das größte KI-Team unter den deutschen Medien, viele verschiedene Formate in denen über KI berichtet wird und auch prominent gleich mehrere Korrespondenten in San Francisco, die KI abdecken sollen.

Ein Posting des KI-Team-Leads beim Handelsblatt, Larissa Holzki, und ihre Wortwahl und die eines anderen ihrer Kollegen, gab nun den Ausschlag, das Thema etwas genauer zu analysieren mit der Fragestellung:

Wie negativ schreibt das Handelsblatt eigentlich über die KI?

Ich öffnete die Handelsblatt-Website, eröffnete eine Probeabo für 4 Wochen, und ging die Beiträge zu KI durch und bat ChatGPT in Version 4o mir zu analysieren, wie positiv oder negativ die Texte über die KI sprechen. Hier ist der Prompt:

Gib mir in Prozentzahlen an, wie positiv und negativ dieser folgende Text zum Thema KI berichtet

Der erste Text mit dem Titel Der Hype nähert sich dem Ende stammte von Christof Kerkmann und ChatGPT sagte dazu folgendes:

Ergebnis: 40% positiv, 60% negativ
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Der Text beschreibt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sowohl in positiver als auch in negativer Weise. Hier ist die Aufschlüsselung in Prozentzahlen:

Positive Berichterstattung: 40%
– Der Text hebt hervor, dass Unternehmen wie Nvidia, Microsoft und Apple erheblich vom KI-Boom profitieren und zu Börsenrekorden beitragen.
– Es wird erwähnt, dass generative KI eine Querschnittstechnologie ist, die potenziell die Kopfarbeit in vielen Bereichen revolutionieren könnte.
– Programmierassistenten und Chatbots werden als bereits etablierte und nützliche Anwendungen genannt.

Negative Berichterstattung: 60%

– Der Text drückt Zweifel aus, ob sich die Investitionen in generative KI kurzfristig rentieren werden.
– Es wird betont, dass die nötige IT-Infrastruktur extrem teuer ist, während der ökonomische Effekt deutlich geringer ausfällt.
– Die Krise von Aleph Alpha wird als Anzeichen für ein mögliches Ende des Hypes betrachtet.
– Es wird auf die Herausforderungen hingewiesen, die mit der Implementierung von KI in Unternehmen verbunden sind, einschließlich hoher Fehlerquoten und erheblicher Kosten.
– Schließlich wird die Möglichkeit angesprochen, dass Anbieter von KI-Technologie in eine Identitätskrise geraten könnten, wenn sie den Nutzen ihrer Produkte nicht nachweisen können.

Diese Verteilung spiegelt die ausgewogene, aber tendenziell skeptische Haltung des Textes gegenüber dem aktuellen KI-Boom wider.

Der zweite Text, und Stein des Anstoßes, stammte von Larissa Holzki und bewarb den Handelsblatt-Wochenendtitel, der da schlagzeilte „Die KI-Blase“ und klein darunter „Die Zweifel der Märkte an Künstlicher Intelligenz wachsen. Welche Versprechen die Technologie halten kann – und welche Geschäftsmodelle Zukunft haben.

Das ist übrigens nicht die einzig negative Schlagzeile auf demselben Cover, darunter wird vorm „Das Börsenbeben“ und den 9 Risiken gewarnt, aber das nur so nebenbei bemerkt. Wenn man einmal in der Negativitätsspirale ist, dann kommt man wohl nicht so einfach raus.

Wichtiger ist aber der Text, der den Post auf LinkedIn begleitete. Wie negativ ist der? Zuerst mal der Text selbst.

Immer mehr Experten warnen im Hype um KI vor einer Blase. Ich meine: zurecht.👇

Denn gleich in mehreren Bereichen bahnen sich Enttäuschungen an oder sind bereits eingetreten:

👉 𝐌𝐚𝐧𝐚𝐠𝐞𝐦𝐞𝐧𝐭-𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐃𝐢𝐞 𝐑𝐞𝐯𝐨𝐥𝐮𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐤𝐨𝐦𝐦𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐚𝐮𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐭𝐞𝐜𝐤𝐝𝐨𝐬𝐞. Viele Manager haben 2023 in KI-Projekte gestartet und mussten 2024 feststellen, dass sie sich noch nicht rentieren. Es muss viel mehr Aufwand investiert werden. Was macht das mit der Nachfrage?

👉 𝐓𝐞𝐜𝐡𝐧𝐨𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞-𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐙𝐮𝐫 𝐒𝐮𝐩𝐞𝐫𝐢𝐧𝐭𝐞𝐥𝐥𝐢𝐠𝐞𝐧𝐳 𝐟𝐞𝐡𝐥𝐭 𝐧𝐮𝐫 𝐧𝐨𝐜𝐡 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐑𝐞𝐜𝐡𝐞𝐧𝐥𝐞𝐢𝐬𝐭𝐮𝐧𝐠. KI-Chatbots machen einen intelligenten Eindruck. In Wahrheit sagen sie nur vorher, welches Wort in einem Satz wahrscheinlich als nächstes folgt, Probleme wie Halluzinationen lassen sich nicht einfach mit mehr Rechenpower lösen. Dass die Superintelligenz bevorsteht? Unwahrscheinlich.

👉 𝐇𝐚𝐫𝐝𝐰𝐚𝐫𝐞-𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐀𝐥𝐥 𝐲𝐨𝐮 𝐧𝐞𝐞𝐝 𝐢𝐬 𝐇𝟏𝟎𝟎. David Cahn, Partner beim Wagniskapitalgeber Sequoia, hat es vorgerechnet: 600 Milliarden Dollar müsste die KI-Industrie pro Jahr einnehmen, um die massiven Ausgaben für Hardware wieder reinzuholen. Noch klafft nach seiner Prognose ein 500-Milliarden-Dollar-Loch. Das Problem: Die KI-Revolution muss rasant anziehen, sonst sind die lange heiß gehandelten H100-Chips von Nvidia veraltet.

👉 𝐌𝐚𝐫𝐤𝐭-𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐃𝐚𝐬 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡ä𝐟𝐭 𝐤𝐨𝐦𝐦𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐢𝐧. Zwar liegt es in der Natur von wagniskapitalfinanzierten Start-ups, dass sie zunächst Verluste einfahren. Im KI-Hype war das Vorschussvertrauen allerdings so groß, dass es für viele sehr schwer werden wird, Enttäuschungen – und Abwertungen – zu vermeiden. Aber ihre KI-Modelle sind noch keine Produkte. Es fehlt: Ein Geschäftsmodell.

Ahja. Und dann sind da noch die Kleinanleger, die ihr Geld allein auf Nvidia setzen…

Im Handelsblatt-Wochenendtitel haben wir die KI-Erwartungen einem Realitätscheck unterzogen und anslysiert, wie es weitergeht. Mit Felix Holtermann, Luisa Bomke, Philipp Alvares de Souza Soares et al. Link in den Kommentaren.

Was meinen Sie: Zerplatzt der Hype um KI als große Blase? Und was bleibt dann davon übrig?

Was sagt ChatGPT dazu, wenn man dem System denselben Prompt gibt?

Ergebnis: 10% positiv, 90% negativ
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Der Text äußert sich sehr kritisch gegenüber dem aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und hebt zahlreiche potenzielle Probleme und Illusionen hervor, die mit den Erwartungen an diese Technologie verbunden sind. Hier ist die Aufschlüsselung in Prozentzahlen:

Positive Berichterstattung: 10%
– Es gibt nur sehr begrenzte positive Aspekte, die erwähnt werden, wie die anfängliche Begeisterung und die Fortschritte, die KI-Chatbots gemacht haben. Diese werden jedoch sofort relativiert.

Negative Berichterstattung: 90%
– Der Text ist stark negativ und fokussiert auf die Enttäuschungen, die sich in mehreren Bereichen bereits abzeichnen oder noch kommen könnten.
– Die Management-Illusion wird hervorgehoben, indem betont wird, dass viele KI-Projekte nicht die erwarteten Ergebnisse liefern.
– Die Technologie-Illusion wird angesprochen, wobei Zweifel geäußert werden, dass KI jemals die versprochene Superintelligenz erreichen wird.
– Die Hardware-Illusion beschreibt die wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich durch die hohen Hardwarekosten ergeben.
– Die Markt-Illusion weist auf die Schwierigkeiten hin, ein tragfähiges Geschäftsmodell für KI-basierte Produkte zu entwickeln.

Der Text vermittelt insgesamt eine stark skeptische Sichtweise auf den KI-Boom und warnt vor den möglichen negativen Konsequenzen und Enttäuschungen, die sich daraus ergeben könnten.

Der Ausschnitt aus dem LinkedIn-Post ist übrigens Teil des gesamten Texts der Wochenendtitel-Ausgabe des Handelsblatt. Füttert man ChatGPT mit dem gesamten Text, dann meldet sich die KI mit dem folgenden Resultat:

Ergebnis: 40% positiv, 60% negativ
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Der Text bietet eine kritische und ausführliche Analyse des aktuellen Hypes um Künstliche Intelligenz (KI) und die damit verbundenen Risiken und Chancen. Hier ist die Aufschlüsselung in Prozentzahlen:

Positive Berichterstattung: 40%
– Der Text erkennt die Potenziale der KI-Technologie an, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Entwicklung und die möglichen Anwendungen, die als „Schlüsseltechnologie“ bezeichnet werden.
– Es wird auf die Fortschritte und die enormen Investitionen in die Technologie hingewiesen, die darauf abzielen, die KI zum Mainstream zu machen.
– Einige positive Aspekte werden durch die Erwähnung von Unternehmen hervorgehoben, die durch KI echte Produktivitäts- und Effizienzgewinne erzielen könnten.

Negative Berichterstattung: 60%
– Der Text betont die Unsicherheiten und Risiken, die mit dem aktuellen KI-Hype verbunden sind, einschließlich der Möglichkeit, dass es sich um eine Blase handeln könnte, die bald platzt.
– Es werden die Zweifel an der wirtschaftlichen Rentabilität der derzeitigen KI-Anwendungen thematisiert, ebenso wie die Herausforderungen, die mit der Implementierung und dem Geschäftsmodell verbunden sind.
– Der Text beschreibt auch die Enttäuschungen und technischen Probleme, die viele Unternehmen bereits erfahren haben, sowie die Skepsis, die in der Branche wächst.
– Es wird auf die Gefahr hingewiesen, dass viele Start-ups und Tech-Unternehmen den – Erwartungen möglicherweise nicht gerecht werden und dass dies zu erheblichen finanziellen Verlusten führen könnte.

Insgesamt vermittelt der Text ein überwiegend negatives Bild über den aktuellen Stand und die kurzfristigen Aussichten der KI-Technologie, während er gleichzeitig anerkennt, dass langfristig Potenzial vorhanden ist, wenn die Technologie sich weiterentwickelt und reift.

In einem Artikel vor einem Jahr mit dem Titel „Was ein Robotaxi-Selbstversuch über autonomes Fahren sagt“ schildert der damals noch in San Francisco ansäßige Handelsblatt-Korrespondent Stephan Scheuer von seinen persönlichen Erfahrungen bei seinen 12 Fahrten mit einem fahrerlosen Waymo Robotaxi. Nach einigen einleitenden Worten zur Technologie, die etwa ein Viertel des Texts umfassen, folgt der Erfahrungsbericht. Und ChatGPt sagt dazu folgendes:

Ergebnis: 30% positiv, 70% negativ
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Der Text schildert eine persönliche Erfahrung mit einem autonom fahrenden Waymo-Robotaxi und fokussiert sich auf sowohl die Fortschritte als auch die Herausforderungen dieser Technologie. Hier ist die Aufschlüsselung in Prozentzahlen:

Positive Berichterstattung: 30%
– Der Text beschreibt einige positive Entwicklungen, wie die Genehmigung für den Einsatz von Robotaxis in San Francisco und die Fortschritte, die Waymo im letzten Jahr gemacht hat.
– Es wird erwähnt, dass das Waymo-Auto einige schwierige Verkehrssituationen erfolgreich gemeistert hat, wie das Einbiegen auf eine vielbefahrene Straße.

Negative Berichterstattung: 70%
– Ein Großteil des Textes konzentriert sich auf die Probleme und Unsicherheiten, die während der Testfahrten aufgetreten sind. Dies schließt das Ausscheren auf einer mehrspurigen Straße und das Missachten von Vorfahrtsregeln ein.
– Der Text betont die Nervosität und Unsicherheit des Autors, die durch das Fehlen eines menschlichen Fahrers verstärkt wird.
– Es wird auch auf die anhaltenden technischen Schwierigkeiten hingewiesen, die dazu führen, dass die Autos teilweise Verkehrsregeln brechen oder an einfachen Aufgaben scheitern.

Insgesamt vermittelt der Text ein überwiegend negatives Bild der aktuellen Leistungsfähigkeit von autonomen Fahrzeugen, obwohl er auch einige Fortschritte anerkennt.

Wohlgemerkt: wer den Text von Stephan Scheuer aufmerksam durchliest merkt rasch, dass es sich bei den genannten Problemen um Kleinigkeiten handelt, um Dinge, die man selbst am Steuer nicht bemerken oder bekritteln würde. Und am Ende zieht der Autor ein eher positives Fazit, was sich aber so gar nicht in den vorherigen Absätzen widerspiegelt.

Weitere Ergebnisse

Sobald das Handelsblatt Beiträge zu KI aus der Praxis bringt, bei der Anwender interviewt und zitiert wurden, wendet sich das Blatt. Die Interviewten äußern sich vorwiegend positiv:

Das ist nur eine kleine Liste von Handelsblatt-Artikeln zum Thema KI. Eine gewisse Tendenz ist sichtbar.

Doch so etwas kann aber das KI-Team beim Handelsblatt doch nicht durchgehen lassen. Dafür sorgen dann sofort entsprechende Beiträge, die wieder Skepsis und Ängste schüren, wie diese hier:

Beinahe schon rührend war dann auch die Rechtfertigung zur Kritik an der negativen Berichterstattung. Die Leserschaft sei eben eine, die nicht in der LinkedIn-Blase stecke und deshalb eine andere sei, die informiert werden müsse. Warum anders, wurde nicht gesagt. Und dann scheint das bei 18,7 Millionen LinkedIn-Benutzern, die vermutlich eine hohe Überlappung mit den Handelsblattlesern darstellen, eine doch etwas steile Behauptung zu sein.

Schlussfolgerung

Als Journalist trägt man Verantwortung nicht nur für das eigene Medium, die zutragenden Quellen und die eigene Integrität, sondern auch für die eigene Gesellschaft. Letzteres wird gern ignoriert, gar nicht wahrgenommen, oder sogar rundum abgelehnt. Doch die Berichterstattung amerikanischer Medien über Donald Trump haben seinen Aufstieg mit der damit verbundenen Spaltung des Landes erst ermöglicht. Oder man sehe sich die Berichterstattung in deutschen Medien zu Klimaklebern an, die völlig aus den Rudern läuft und in keinem Verhältnis zu deren Auftreten steht.

Ähnlich ist es mit anderen Themen, die uns helfen könnten, vielen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Ich weiß, ein gesundes Maß an Skepsis ist immer notwendig. Es gibt zu viele Täuscher und Betrüger. Das ist immerhin eine Grundvoraussetzung im Journalismus. Doch man kann Hypes und Blasen herbeireden, wo keine sind, und ignorieren, dass die Berichte mit Anwenderaussagen das Gegenteil der eigenen Meinungsbeiträge darstellen. Es wirkt schon beinahe krampfhaft, wie das Handelsblatt-Team das Negative bei der KI sucht.

Doch dank KI kann man heute genau das objektiver auswerten, genauso wie ich es nun gemacht habe: eine Sentimentanalyse der Handelsblattberichterstattung über KI.

Aber, wie schon KI-Team-Lead beim Handelsblatt, Larissa Holzki, daraufhin auf LinkedIn erwiderte: „Ich würde nur die Unvoreingenommenheit des Bots in diesem Fall ganz besonders in Frage stellen…

Da kann man wohl nur Folgendes zum Thema Negativität abschließend sagen:

Hier treffen wohl der Bias von ChatGPT auf den Bias von Techjournalisten.


Passend dazu mein Buch Future Angst: Wie wir von Innovationsvorreitern zu Innovationsnachzüglern wurden und wie wir die German Angst überwinden, das auf einige der angesprochenen Themen eingeht, und wie wir sie bewältigen können.

2 Gedanken zu “Wie negativ berichten Journalisten über KI?

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